Kapitel 1: Kleine Abnormitäten
Ferdinand Trottoire war ein ganz gewöhnlicher Bäcker. Brot war sein ganzes Leben, er hätte am liebsten die ganze Zeit Brot gebacken. Natürlich musste er als Bäcker auch Brötchen, Hörnchen und anderes Gebäck herstellen. Doch am liebsten backte er nun einmal Brot.
Als Bäcker musste er sehr früh aufstehen, denn leider wollten die meisten Menschen schon zum Frühstück frische Brötchen haben. Als der Nachtwächter wie jede Nacht in die Brennesselstraße einbog, klingelte er, exact um 3 Uhr, bei den Trottoirs in der Nummer 7
Ferdinand räckelte sich in seinem Bett, gab deiner Frau Tané einen Kuss, und warf einen liebevollen Blick auf sein Baby. Es schlummerte selig in dem sich selbst wiegenden Schaukelbett.
Er entdeckte eine abnorm große und fette Spinne, die auf dem Schreibtisch saß und das Geld zählte. 'Blödsinn', dachte er bei sich, 'Spinnen können doch gar nicht zählen. Sie wird wohl einfach darüber laufen'. Er murmelte ein paar Wörter und die Spinne verschwand in einem grünen Blitz.
Ferdinand ging runter in die Backstube und machte sich an die Arbeit. Nach einem Blech wirklich gelungener Brote warf er einen Blick aus dem Fenster und stutzte, denn draußen waren unheimlich viele Sternschnuppen zu sehen. Zumindest ungewöhnlich viele für diese Jahreszeit - es war tiefster Winter.
Allerdings waren sie auch ziemlich schnell verglüht, sodass er bald glaubte er habe sich versehen. Also widmete er sich wieder seinem Brot. Als es endlich hell wurde und auch der Hahn bemerkte, dass es wohl tagen würde, erwachte die Stadt langsam zum Leben. Ferdinand hatte inzwischen seinen Wagen vollgeladen mit frischem Brot und machte sich auf den Weg zum Markt.
Draußen hatte ein ungemütlicher Schneeregen begonnen den Tag zu vermiesen. Ferdinand erwartete nicht viele Kunden, doch der Markt war trotzdem gut besucht. Allerdings waren einige deiner Kunden heute sehr merkwürdig gekleidet, sie hatten Jacken aus einem sehr ungewöhnlichen Stoff an, der viel zu dünn für diese Jahreszeit aussah. Er glänzte fast wie Seide, aber für solch einen edlen Stoff waren die Jacken viel zu wenig prunkvoll. Außerdem - wer konnte sich schon eine Jacke aus Seide leisten? Eine Weste vielleicht - wenn man ein sehr reicher Händler war.
Und diese Leute wirkten gar nicht wie reiche Leute, sie redeten ganz normal und bestellten sich einfache Brötchen oder der ein oder andere auch ein Brot.
Und nicht nur, dass sie ungewöhnlich gekleidet waren, sie waren auch ungewöhnlich gut drauf. Sagten, heute wäre ein wunderbarer Tag - obwohl doch weiter der Schneeregen auf den Marktplatz fiel.
Einer der Kunden war so überglücklich, dass er Ferdinand viel zu viel Geld gab und meinte er könne den Rest behalten. Ferdinand wollte widersprechen, aber der Kunde meinte: "Nehmen Sie es, oder ich wäre sehr beleidigt. Und an einem Tag wie heute wollen wir doch keinen Streit vom Zaun brechen :) "
Da Ferdinand keine unglücklichen oder gar beleidigten Kunden haben wollte, nahm er das ungeheuerliche Trinkgeld an und hoffte nur, dass die anderen Händler es nicht mitbekommen würden.
Es wurde Abend und Ferdinand konnte endlich nach Hause gehen.